Es ist wie ein Geschenk zu Weihnachten
Unsere etwa 750 Jahre alte Dorfkirche in Lichtenhagen ist fast vollständig saniert. Der letzte Bauabschnitt im Außenbereich, die Eindeckung des Chores und der Sakristeien, ist nun, vor Beginn des Winters, abgeschlossen.
Pastorin Kieseler- Hausberg ist mit einem tiefen Gefühl der Dankbarkeit erfüllt, wenn sie auf die in neuem Glanz erstrahlte Kirche blickt. Es sei schön, in solch einem ehrwürdigen alten Gebäude, welches den Lauf der Geschichte überdauert hat, predigen zu dürfen.wie viele Geistliche zuvor. Es sei unser aller Ziel, die Kirche auch für die kommenden Generationen zu erhalten.
Entstanden ist unsere Dorfkirche Ende des 13. Jh. mit Chorraum und Nordsakristei als Feld- und Backsteinbau im gotischen Stil, mit blendengeschmücktem Schildgiebel.
Im 14. Jh. kamen Südsakristei und Langhaus sowie der 4-giebelige Turm, mit dem landestypischen 8-seitigen Rhobenhelm „Bischofsmütze“ hinzu.
Die erste bekannte umfangreiche Sanierung im neugotischen Stil begann 1884 durch Baurat Möckel. Es wurden u.a. Fenster restauriert, der Altar erneuert, und zwei Außenaufgänge sowie drei niedrige Emporen entfernt.
Eine erneute umfassende Renovierung gab es von 1967 bis 1976. Es wurde in aufwendiger Eigenarbeit und mit geringen finanziellen Mitteln vor allem eine Fußbodenheizung, nebst Bodenfliesen verlegt, die immer noch gute Dienste leistet. Die Orgel wurde durch eine neue, Barock gestimmte, der Fa. Jehmlich aus Dresden ersetzt.
In der Folgezeit drohten das undichte Dach, der baufällige Dachstuhl und das rissige Mauerwerk die Kirche nachhaltig zu schädigen. Daraufhin gründete sich im Oktober 1996 der Förderverein Dorfkirche Lichtenhagen. Er unterstützte fortan mit seinem Engagement, und durch das Sammeln von Spendengeldern, die Kirchgemeinde bei ihren großen Bauaufgaben.
Bislang begleitete der Verein 4 Bauabschnitte :
1.
Im Mai 1998 beginnend, die Sanierung von Tragwerk und Neueindeckung des Turmhelms mit „Mönch und Nonne“ Ziegeln (die z.T. wiederverwertet wurden).
2.
Ausbesserung des Mischmauerwerks von Blendgiebeln und Turmschaft.
3.
In den Folgejahren wurde der Dachstuhl des Kirchenschiffes saniert und neu eingedeckt.
4.
In diesem Jahr wurde die äußere Sanierung unser Kirche durch Erneuerung des Daches und der Außenhaut des Chores abgeschlossen.
Es sei den vielen Spendern, freiwilligen Helfern, Stiftungen und Ämtern gedankt, die mit ihren Beiträgen dazu beitrugen, die gesetzten Zielen zu erreichen. Ein ebensolcher Dank geht an alle Mitarbeiter der an unserer Kirche arbeitenden Firmen.
Im Innern der Kirche konnten durch eine großzügige Spende der Ospa die Glocken restauriert werden, von denen die eine aus dem Jahre1422 stammt.
Die Gemeinde Elmenhorst/Lichtenhagen finanzierte die Sanierung zweier Buntglasfenster
im Chorraum. Diese wurde vom Rostocker Restaurator Herr Plothe kunstvoll ausgeführt.
Mit den Mitteln des Fördervereins konnte der Innenraum neu gestrichen werden. Diese Arbeiten übernahm zum Teil der Restaurator Herr von Knorre. Er erklärte sich auch bereit, beim nächsten Projekt mitzuwirken, die Sicherung und Restaurierung (Säuberung) der aus dem 14. Jh. stammenden Malereien im Chorgewölbe.
Diese stellen Szenen aus dem Alten und dem Neuen Testament dar, die der Gemeinde zur Erläuterung dienten. Die wenigsten Menschen des Mittelalters konnten den in lateinischer Sprache abgehaltenen Gottesdiensten folgen.
Es gibt noch einiges zu tun! Die Sanierung der Fenster des Kirchenschiffes steht noch aus.
Jedoch:“ Eine Gemeinde, die baut, lebt!“
Wie Pastorin Kieseler-Hausberg es formuliert, so ist es eine Aufgabe der Zukunft, unsere Kirche auch weiterhin mit Leben zu erfüllen.
